Kreuzbandriss – TTA (Tibial Tuberosity Advancement)

Endlich komm ich mal dazu, die letzte Woche für die Nachwelt festzuhalten :)
Da man im Internet nicht viele Erfahrungsberichte findet zur durchgeführten OP, denke ich, dass es dem ein oder anderen das Leben evt. etwas einfacher machen wird, wenn ich alles schön dokumentiere.

byron25102010

Am Montag, den 25.10. wurde Byron in der Tierklinik Elversberg von Herrn Dr. Scherer und Herrn Dr. Pack nach der TTA-Methode operiert. Leider war sowohl das komplette Kreuzband als auch ein Teil des Meniskus gerissen / beschädigt.

Wer mehr zur OP wissen möchte, findet hier viele Infos –> TTA

Byron hat die OP gut verkraftet, aber der erste Tag war wirklich die Hölle… Wir konnten ihn um 17 Uhr aus der Tierklinik abholen, er war sehr durch den Wind und hat die ganze Nacht nur geweint, gefiept und gejammert…
Sobald man in die Nähe des riesen Verbandes gekommen ist, hat er angefangen aufzuschreien, ich war mit den Nerven richtig am Ende… Wir konnten ihn nicht nach draußen tragen zum Pipi machen und haben irgendwann beschlossen, dass es egal ist, zur Not muss er sich eben in der Wohnung lösen.

So gegen 1 Uhr Nachts war ich echt entnervt und habe ihn ermutigt kurz aufzustehen und das hat sogar geklappt, ich habe ihn zu mir auf die Matratze geholt und so hat er dann mehr oder weniger ruhig geschlafen, immer mal wieder losgefiept aber mit der Nähe zu mir ging es viel besser.

Der nächste Morgen war dann auch schon etwas besser, allerdings war die Blase so randvoll, dass es direkt loslief, als Sven ihn hochgehoben hat… gut, das Treppenhaus musste eh geputzt werden :)

Es hat zwei Tage gedauert, bis wir alle uns irgendwie zurechtgefunden haben und das 1. Häufchen wurde von uns drei gebührend gefeiert :D Danach wurde es stündlich besser und Byron hat sich mit seinem “Baguettebein” angefreundet.

beinchenhoch1 beinchenhoch2

Am Mittwoch war der 1. Verbandswechsel, Wunde trocken, Knie nicht geschwollen, alles so, wie es sein soll.. die Nächte wurden auch ruhiger und gestern (30.10.) haben wir den Verband hier Zuhause entfernt. Wir hätten auch zur Tierklinik fahren können aber diesen Stress wollten wir Byron ersparen.

Das Tolle an dieser OP-Methode ist, dass der Hund ab dem 1. Tag das Bein wieder benutzen kann und auch sollte.
Leider hat sich Byron durch den Verband an einigen Stellen wundgescheuert, es hat geblutet und war nicht so schön anzusehen. Außerdem war er nun endgültig verwirrt, da er sich gerade an den stützenden und schützenden Verband gewöhnt hatte…

byron30102010

Das Laufen war dann auch erst einmal wieder nicht so toll draußen, er wollte nicht vorwärts und hat etwas gequietscht, das geht mir jedes Mal sehr an die Nerven…
Da ihn auch die wunden Stellen und auch die nachwachsenden Haare sehr nerven und er dauernd dran will, muss er ab sofort seine “Tröte” oder besser seinen Lampenschirm tragen… ich habe ihn die ganze Woche über dran gewöhnt, Tröte an, Futter ins Mäulchen und die Zeit immer gesteigert, so dass der Stresspegel im Rahmen war.

Heute Nacht hat er damit auch recht gut geschlafen, ein paar Mal habe ich ihm geholfen, sich umzulegen, weil er sich mit dem blöden Teil nicht orientieren konnte.

Die Wunde sieht auch heute ok aus, lediglich ganz oben ist es etwas wulstig, sonst trocken und nicht geschwollen, heiß oder ähnliches…

Heute ist Tag 6 nach der OP, ich hoffe, die Zeit geht ganz schnell vorbei…

Nächste Woche kommt zum 1. Mal die Hunde-Physiotherapeutin vorbei, dies wird enorm wichtig sein, damit Byron wieder komplett hergestellt wird… gerade bei so bewegungsfreudigen Hunden wie Settern ist das einfach ein Muss, ein Leben ohne schmerzfreie Bewegung wäre für Byron das Aus…

Wir werden nun noch mind. 6-10 Wochen absolut eingeschränkt mit ihm umgehen müssen. Jede Woche die Bewegung etwas steigern, momentan sind wir bei 3-4 Mal höchstens 5 Minuten ganz langsames Laufen täglich.

Um keine hektischen Bewegungen zuzulassen und um ihn zu zwingen, dass er wirklich alle vier Beinchen benutzt, habe ich draußen immer das “Halti” dran, damit kann man ihn gut kontrollieren.
In der Wohnung ist strenge Ruhe angesagt. Wir haben das Wohnzimmer abgetrennt von der Küche und außer umlegen und mal kurz aufstehen ist absolut keine Bewegung erlaubt. Hier zahlt sich aus, dass Byron es gewohnt ist lange still zu halten (Bürohund) und bis auf ein paar kurze Motz-Anfälle ist er einfach nur tapfer…

Ich hoffe, es läuft weiter in die richtige Richtung und wir stehen das zusammen durch…

2 Kommentare »

katharina am Oktober 31st 2010 in Allgemein, Gedankenwelt, Hundewelt

2 Kommentare zu “Kreuzbandriss – TTA (Tibial Tuberosity Advancement)”

  1. Ocean schrieb am 02 Nov 2010 um 11:40 #

    Liebe Katharina,

    das muss so schwer sein ..puh. Ich wünsch Byron weiterhin alles erdenklich Gute ..ein lieber Krauler und rasche Gute Besserung, damit er bald wieder schmerzfrei springen kann!

    Und ganz liebe Grüsse auch an deine Mutter, ich kann ihren Blog nicht erreichen ;)

    euch viele liebe Grüsse,
    Ocean

  2. Aiko schrieb am 02 Nov 2010 um 22:32 #

    Hallo liebe Katharina, ich habe erst heute wieder bei Dir nachgeschaut und was ich da lese, erinnert mich an den Blog von MEGGI – den hab´ich verlinkt – die hatte auch eine sehr komplizierte Sache, die operiert werden musste.
    Wie gut, dass die OP schon mal gut verlaufen ist. Die Methode war mir nicht bekannt.
    Gute – gute Besserung – Dir starke Nerven und Euch einen kräftigen Nasenstubser. Alles wird gut. Ich drücke meine Pfoten…..;-))
    Wuff und LG
    Aiko

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